Umweltschutz
Tipps für Existenzgründer
Gründe für Gründer. Gerade im Umweltschutz ist es heute möglich, (viele) Erfolg versprechende Geschäftsideen zu verwirklichen.
Beratung. Umweltschutzauflagen für Gründer werden immer vielfältiger. Darum gibt es in vielen Kammern eigene Umwelt-Berater!
Auflagen nicht unterschätzen. Die Kosten zur Erfüllung von Umweltschutzauflagen werden häufig unterschätzt, ebenso die gesetzlichen Bestimmungen (BImSchG, z.B. für nachts abfahrenden Verkehr von Gaststätten in Wohngebieten).
Rentabilitätsvorschau. Ermitteln Sie: Lohnt sich eine Gründung bei den zu erwartenden Umweltschutzauflagen und damit verbundenen Umweltschutzkosten (z.B. Einbau von Filtern oder Abfallentsorgung) noch?
Standort. Ermitteln Sie: Ist der Standort durch Altlasten verseucht? Kommt der Standort (z.B. wegen BImSchG) für eine Gründung überhaupt in Frage (z.B. bei Lärmemissionen durch Transporte oder Lösemittelemissionen durch Lackiererei)? Wenn nicht: Vielleicht kann ein Standort betriebsgerecht verändert werden.
Kapitalbedarf. Ermitteln Sie: Welche Umweltauflagen müssen finanziert werden (z.B. Bodenversiegelung an Tankstellen)? Aber bedenken Sie dabei: Umweltgerechtes Wirtschaften erspart Kosten (z.B. Energiekosten, Wiederverwendung von Abfällen).
Finanzierung. Auch für Existenzgründungen im Umweltschutz stehen Finanzierungshilfen des Bundes (ERP, EKH) zur Verfügung. Darüber hinaus gibt es für Umweltschutzinvestitionen bestehender Unternehmen besondere Finanzierungshilfen des Bundes, der Länder und der EU.
Formalitäten. Ermitteln Sie: Gibt es gesetzliche Auflagen (BImSchG) für Ihr Gründungsvorhaben? Weitere Fragen: Sind Baugenehmigungen notwendig? Sind Transportgenehmigungen (An- und Abtransporte) notwendig? Und: Sind in absehbarer Zukunft neue Gesetze/Vorschriften zu erwarten?
Marketing. Umweltfreundliche Produkte, Prozesse oder Unternehmens-Präsentationen erschließen neue Kundenkreise (z. B. Recycling-Briefpapier). Außerdem: Eine freiwillige Teilnahme am EG-Öko-Audit schafft Vertrauen beim Kunden.
Werbung. Umweltschutz hat Konjunktur. Weisen Sie also auf umweltfreundliche Produkte oder Prozesse mit einem entsprechenden Umweltzeichen hin.
Personal. Um Umweltschutzanliegen in Ihrem Betrieb zu realisieren, brauchen Sie entsprechend qualifiziertes Personal. Klären Sie auch: Wer ist für Umweltschutzaufgaben zuständig? Und bedenken Sie: Gerade jüngere Mitarbeiter sind durch ein deutliches Betriebs-Bekenntnis zum Umweltschutz besonders zu motivieren.
Versicherungen. Je höher die Umweltschutz-Standards im Betrieb, desto geringer sind die Unfallgefahren und eventuelle Haftungsrisiken.
Umweltschutz ermöglicht Kosteneinsparungen
Die am häufigsten durchgeführten Maßnahmen mit dem größten Kostensenkungseffekt:
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe
Produktionsreste zurückgewinnen oder gebrauchte Produkte zurücknehmen und die Altmaterialien in neuen Produkten verwerten. Produkte ökologisch optimieren und Produktionsverfahren umstellen, um weniger Material, vor allem weniger umweltgefährdendes Material, einzusetzen.
Wasser/Abwasser
Wasserkreisläufe, meist in Verbindung mit Reinigungsstufen, einrichten, um das Prozesswasser mehrfach im Produktionsprozess zu nutzen. Wasserintensive Verfahren durch neue Technologien ersetzen, die nur einen geringen Wassereinsatz erfordern oder ganz auf Wasser verzichten.
Energie
- Kraft-Wärme-Kopplung in Unternehmen nutzen, die einen hohen Strom- und Prozesswärmebedarf haben.
- Energiemanagement einführen, d. h. möglichst alle Energieströme und darauf aufbauende Einzellösungen erfassen.
- Abwärme von Maschinen, Kühlwasser etc. zur Raumheizung oder Vorheizung von Prozessen nutzen.
- Maschinen, Heizung, Beleuchtung, Klimaanlagen möglichst bedarfsgenau steuern. Sie vermeiden Leerlaufzeiten und sparen Energie.
Entsorgungsbereich
Abfalltrennung, d. h. Entwicklung eines umfassenden Trennkonzeptes, am Sortenrein getrennte Reststoffe in den Produktionsprozess rückführen. Damit entfallen Entsorgungsgebühren und gleichzeitig werden die Beschaffungskosten für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe verringert.
Verkehr
Transportlogistik optimieren, um die Verkehrsmittel optimal auszulasten und überflüssige Standzeiten und Leerfahrten
zu vermeiden.
Verpackungen
Mehrwegverpackungen aller Art einsetzen, z. B. Wiederverwendung gebrauchter Kartons und Kunststoff-Mehrwegbehälter entwickeln und benutzen. Verpackungsmaterial durch weniger Verpackung, andere Verpackung und Änderung der Gebindegrößen reduzieren, sowie von kostenintensiven und umweltschädlichen Materialien auf umweltfreundlicheres Material umstellen.
Wichtige Umweltschutz-Förderprogramme
- ERP-Umweltprogramm (Abwasserreinigung, Luftreinhaltung, Abfallwirtschaft, Energiesparen)
- DtA-Umweltprogramm
- KfW-Umweltprogramm
- 100.000 Dächer Solarstrom-Programm
- Marktanreizprogramm erneuerbare Energien
- Beratungsförderung



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