Handwerk
Gründungen im Handwerk
Wer sich in einem Handwerksberuf selbständig machen will, benötigt dafür einen Meisterbrief: also den Nachweis darüber, die Meisterprüfung in seinem Fach bestanden zu haben, sowie den Eintrag in die Handwerksrolle. Dies betrifft alle Tätigkeiten, die in der Handwerksordnung unter der Anlage A als Handwerksberufe aufgeführt sind. In so genannten „handwerksähnlichen“ Gewerben (gemäß Anlage B der Handwerksordnung) kann ein Unternehmen ohne Meisterbrief gegründet und geführt werden. Dem Meister eines „klassischen“ Handwerksbetriebs ist es nicht erlaubt, wesentliche Tätigkeiten eines „fremden“ Gewerks zu verrichten, für das er keine Meisterprüfung absolviert hat.
Die Bundesregierung plant eine umfassende Reform des Handwerksrechts, die zum 1. Januar 2004 in Kraft treten soll.
Gründe für die Modernisierung des HandwerksDas Handwerk befindet sich seit 1995 in einer der längsten Krisen seit der Einführung der amtlichen Handwerksberichterstattung in den sechziger Jahren. Diese Krise hat vor allem auch strukturelle Gründe, daher muss das Handwerksrecht entsprechend modernisiert und geöffnet werden. Gründe im Einzelnen:
weniger (neue) Handwerksbetriebe: Die Zahl der Handwerksbetriebe ist von 1998 bis 2002 um 20.000 Unternehmen gesunken. Im Jahr 2002 gab es gleichzeitig rund ein Viertel Unternehmensgründungen weniger als noch 1998. Blieben die handwerksrechtlichen Voraussetzungen unverändert, so würden die Zahl der Handwerksbetriebe in den nächsten sieben Jahren um über 100.000 zurück gehen (Prognose des Seminars für Handwerkswesen der Universität Göttingen).
weniger Ausbildung: Weniger Betriebe bilden zwangsläufig weniger handwerklichen Nachwuchs aus.
weniger Meister: Auch die Zahl der bestandenen Meisterprüfungen nimmt seit Jahren ab. Daher haben wir deutlich weniger Jungmeister, als für Neugründungen oder anstehenden Betriebsübergaben benötigt werden.
weniger Beschäftigung: Die Zahl der Beschäftigten ist von 1994 bis 2002 um rund ein Viertel zurückgegangen. Gleichzeitig ist sie in den „handwerksähnlichen Gewerben“ um etwa sieben Prozent gestiegen.
geringere Nachfrage: Die Umsätze im Handwerk liegen seit 1996 kontinuierlich hinter der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung.



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